F o t o t h e k
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Tiefschneekurs Disentis 23.-25. Februar 2007

 

Schliesse die Augen - wenn du diese Worte noch liest, dann hast du entweder einen Röntgenblick, semi-transparente Augenlider oder die erste Aufforderung nicht verstanden. Wie auch immer - dann lies halt weiter und stelle dir mit lesenden Augen vor, du ständest oben auf dem Gipfel, dich umkreisten nur die Alpengeier, der Wind striche liebevoll durch dein Haar, die Sonne wärmte deinen Rücken, in deinem Magen unterhielten sich die Magensäfte mit dem Lunch und zu deinen Skitourenschuhen lägen unzählige Gipfel, deren Namen dir gerade entfallen wären. Langsam liessest du deinen leicht verklärten Blick über die unberührten Pulverschneehängen schweifen und deine Gefühlswelt geriete darob in eine erwartungsfrohe Wallung.

Plötzlich durchzuckt dich ein schauderhafter Gedanke. Paff - hart aber herzlich landest du in der Realität. Solche paradiesischen Hänge sind nicht für dich geschaffen. Du willst mehr, du willst gefordert werden, du willst auch ohne Bodycheck den Anflug einer Hirnerschütterung erleben, du willst deine Hirnzellen wach rütteln, du willst deine Oberschenkelmuskeln wirklich spüren, du willst den Schnee deine Kanten spüren lassen. Jaaaaa! - du willst einen verfahrenen, von harten Schneeklumpen übersäten, von eisigen Spuren zerfurchten, von Steilheit strotzenden und an die Härte der Schulwandtafel erinnernden Hang vor dir haben. Erst dann fühlst du dich im Element und in der Lage, genussvoll deine vollendeten Schwünge zu ziehen.

So in etwa versuchten uns die humorvollen und allzeit zu neuen Herausforderungen aufgelegten Bergführer/Skilehrer die eher subotpimalen Tiefschneeverhältnisse schmackhaft zu machen. Und so suchten sie uns immer wieder neue Hänge, deren Befahren wir kaum freiwillig auf uns genommen hätten. In diesem nicht anspruchslosen Gelände verfeinerten wir unsere Fahrstile, entkamen dem 'Ich-werf-dich-nun-um-Teufelchen' nicht immer, übten langgezogene Kurven mit Zug, harmonisch rund vollendete Kurzschwünge und derlei technische Finessen mehr.

Zur Auflockerung kletterten wir ein Couloir - es wäre auch zu befahren gewesen - runter, trugen regelmässig unsere Skis zu Tale, zählten die von unseren Skis malträtierten Steine (carving on the rocks - shaken and stirred - that's cool) nicht und genossen sehr viel Situationskomik.

Kurz und bündig - wir verlebten einen anspruchsvollen Tiefschneekurs auf hohem Niveau, hatten viel Spass und alle konnten ihre persönlichen (Miss)Erfolgserlebnisse mit nach Hause nehmen. Auf den kommenden Abfahrten wird in unseren Hinterköpfen noch oft der eine oder andere Hinweis erklingen und uns (stil)sicherer ins Tal bringen.

Der Dank gilt der tollen Organisation und Lehrenden. Am Erreichten an weitere Taten anzuknüpfen, würde uns alle freuen.

 

 

 

 

 

 

 

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