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Schliesse die Augen - wenn du diese Worte noch liest, dann hast du entweder
einen Röntgenblick, semi-transparente Augenlider oder die erste
Aufforderung nicht verstanden. Wie auch immer - dann lies halt weiter
und stelle dir
mit lesenden Augen vor, du ständest oben auf dem Gipfel, dich umkreisten
nur die Alpengeier, der Wind striche liebevoll durch dein Haar, die
Sonne
wärmte
deinen Rücken, in deinem Magen unterhielten sich die Magensäfte
mit dem Lunch und zu deinen Skitourenschuhen lägen unzählige
Gipfel, deren Namen dir gerade entfallen wären. Langsam liessest
du deinen leicht verklärten
Blick über die unberührten Pulverschneehängen schweifen
und deine Gefühlswelt geriete
darob in eine erwartungsfrohe Wallung.
Plötzlich durchzuckt dich ein schauderhafter Gedanke.
Paff - hart aber herzlich landest du in der Realität. Solche paradiesischen
Hänge
sind nicht für
dich geschaffen. Du willst mehr, du willst gefordert werden, du willst
auch ohne Bodycheck den Anflug einer Hirnerschütterung erleben, du willst
deine Hirnzellen
wach rütteln,
du willst deine Oberschenkelmuskeln wirklich spüren, du willst den
Schnee deine Kanten spüren lassen. Jaaaaa! - du willst einen verfahrenen,
von harten Schneeklumpen übersäten,
von eisigen Spuren zerfurchten, von Steilheit strotzenden und an die
Härte der Schulwandtafel erinnernden Hang vor dir haben. Erst dann
fühlst
du dich im Element und in der Lage, genussvoll deine vollendeten Schwünge
zu ziehen.
So in etwa versuchten uns die humorvollen und allzeit zu neuen
Herausforderungen aufgelegten Bergführer/Skilehrer die eher subotpimalen
Tiefschneeverhältnisse schmackhaft zu machen. Und so suchten sie
uns immer wieder neue Hänge, deren Befahren wir kaum freiwillig
auf uns genommen hätten. In diesem nicht anspruchslosen Gelände
verfeinerten wir unsere Fahrstile, entkamen dem 'Ich-werf-dich-nun-um-Teufelchen'
nicht
immer, übten langgezogene Kurven mit Zug, harmonisch rund vollendete
Kurzschwünge
und
derlei technische
Finessen
mehr.
Zur Auflockerung kletterten wir ein Couloir - es wäre auch zu befahren
gewesen - runter, trugen regelmässig unsere Skis zu Tale, zählten
die von unseren Skis malträtierten
Steine (carving on the rocks - shaken and stirred - that's cool) nicht
und genossen sehr viel Situationskomik.
Kurz und bündig - wir verlebten einen anspruchsvollen Tiefschneekurs
auf hohem Niveau, hatten viel Spass und alle konnten ihre persönlichen
(Miss)Erfolgserlebnisse mit nach Hause nehmen. Auf den kommenden Abfahrten
wird in unseren Hinterköpfen noch oft der eine oder andere Hinweis
erklingen und uns (stil)sicherer ins Tal bringen.
Der Dank gilt der tollen Organisation und Lehrenden. Am Erreichten an
weitere Taten anzuknüpfen, würde uns alle freuen. |