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Die Tour fing am Samstag um 6:30 Uhr nicht gut an, denn die Autobatterie
war im Gegensatz zu uns ohne Spannung. Nach einigen Telefonanrufen (die
Handies sind doch für etwas gut) schafften wir es, mit nur einer
Stunde Verspätung los zu fahren. In Airolo angekommen, machten wir
eine Kaffee-Pause und eine grausige Entdeckung. Die Jagdsaison hatte
begonnen und jemand fand den Blumentopf vor dem Restaurant als den idealen
Ort, um ein Hirsch- oder Gems-Bein zu deponieren.
Na ja, wir zogen trotzdem los und sind von der Alpe Creina beim Nufenenpass
ins Klettergebiet gewandert. Dort angekommen ging's direkt zum Einstieg
der Route 'Tante Auguri'. Da wir nicht zu spät in der Hütte
eintreffen wollten, planten wir spätestens um fünf abzuseilen.
Die Route war schnell durchstiegen und um vier waren die ersten drei
oben. Es waren einfach wunderschöne Klettereien bei fantastischem
Wetter. Die nächste Seilschaft kam dann kurz nach fünf oben
an und wir konnten mit der Abseilerei beginnen. Dies ging leider nicht
ganz so flott wie der Aufstieg.
Werner und Angelo mussten von der Abseilpiste abweichen, um 'verlorene'
Expressen und Sicherungsgerät einzusammeln. David, Romi und Bernfried
kamen in den Genuss eines Steinschauers, welcher eine andere 4-er Gruppe
los geschickt hatte. Es waren teilweise zehntnerschwere Brocken. Zum
Glück trugen weder wir noch das Seil einen Schaden davon. So kamen
wir mit dem Schrecken davon und trafen schlussendlich in der Dämmerung
als letzte in der vollen Hütte ein. Das Hütten-Team war toll.
Sie verzogen keine Miene, sondern erfüllten
uns jeden Wünsch.
Am Sonntag ging's dann auch zur Poncione, diesmal in die Route 'dr
grüne Nils'. Dummerweise landeten wir erst nach 4 Seillängen
in die Route, denn wir hatten den richten Einstieg verpasst. Auch dieses
Mal waren die Ersten um halb fünf oben. Gleichzeitig aber auch die
ersten Blitz und Donner von sich nähernden Gewitter. So hiess es
dann - abseilen und nichts wie weg. Zum Glück ging dies rassig und
problemlos.
Trotzdem kamen wir erst kurz nach sieben in der Hütte an. Doch
wir waren die einzigen Gäste. Das Abendessen war richtig gut und
die leere Hütte fantastisch. Am Montag waren wir alle irgendwie
etwas müde, obwohl wir besser geschlafen hatten als tags zuvor.
So entschieden wir, nur ca 5 oder 6 Seillängen statt die üblichen
12 zu klettern.
Das verlängerte Wochenende war super. Der Stau beim Rückfahrt
war auch noch zu überleben.
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