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Skitour Sulzfluh 14./15. Januar 2006

 

Trotz anderslauternder Gerüchte - das Wallis ist noch nicht überall mit Schneekanonen verstellt. Denn an unserem ursprünglichen Ziel lag zuwenig Schnee, so dass wir statt in den Westen gen Osten fuhren und in St. Antönien die Skis anschnallten. Nachdem diese befellt waren, ging's mit den ersten Sonnenstrahlen in die Höh'. Die einen aufgrund eines kürzeren Atems wie auch Kummer und Sorgen im Gepäck ein bisschen langsamer, die anderen besser trainiert mit einem flotteren Schritt. Doch innert kürzester Zeit, nach einem abwechslungsreichen Aufstieg durch ein Bachtobel, den lichten Wald, vorbei an Alphütten und über offene Hänge standen wir auf dem Nebengipfel des Riedchopfs.

Ohne Wind, bei wolkenlos-blauem Himmel genossen wir die Rundumsicht und wurden von einem schneeverrückten Hund glänzend unterhalten. Das arme Tier konnte einfach nicht nachvollziehen, warum es auf dem Gipfel rum sitzen musste und sich nicht sofort in den Schnee stürzen konnte. Ein quengelndes Kind ist geradezu friedlich in seinem Verhalten im Vergleich zu diesem Hund. Zu guter Letzt wurde er erlöst und mit Riesensprüngen ging's zurück ins Tal.

Wir setzten unseren Weg mit kleineren Sprüngen, aber ebenfalls ohne Skis Richtung Gipfelkreuz des Riedchopfs fort. Dabei studierten wir auch die Aufstiegs-Route des nächsten Tages an der Sulzfluh. Mit Sonne vollgetankt schwangen wir uns dann ins Tal, tankten neben Sonne noch andere feine Dinge des Lebens auf der Sonnenterrasse des Alpenröslis und genossen danach ein ausgiebiges Bad im warmen Pool desselben. Gegen die Überhitzung sorgten einige kreisende Bierflaschen.

Nach einer wunderschön-geheimnisvollen Vollmondnacht erklommen wir dann am Sonntag die Sulzfluh. Nach einem kurzen Schwitzintermezzo begrüsste und begleitete uns ein eisiger Wind, der auf dem Gipfel die Schmerztoleranz frierender Finger auf die Probe stellte. So wurde aus der geplanten Gipfelsiesta nichts und wir waren schon bald auf dem Weg Richtung Montafon. Auch wenn in gewissen Führern etwas von der 'schönsten Abfahrt des Prättigaus' steht - so toll war sie denn nun doch nicht. Aber immerhin sehr abwechslungsreich und auch nicht ganz ohne - von wegen Steilheit und 'Abklettern und Abrutschen' in, zwischen, mit und durch von Legföhren durchsetzten Steilhängen. Wir hatten dadurch einige nicht alltägliche Herausforderungen zu überwinden und brauchten für die Abfahrt mehr Zeit als für den Aufstieg. Rückblickend beurteilten wir alle den Hang - so weit unser Auge reichte - als nicht befahrbar. Naja, die Perspektive täuscht manchmal, und wie so für viele Dinge im Leben gibt es verschiedene Wahrnehmungsebenen.

Mit einem stärkenden Apfelstrudel oder Kaiserschmarrn' verabschiedeten wir uns vom Montafon und kehrten zufrieden unter die Hochnebeldecke zurück.

 

 

 

 

 

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