|
Da steht er nun - tja wer wohl - des frühen eher unfreundlich
kühlen
Morgens' drunten an einem von den SBB personaltechnisch verlassenen Bahnhof
irgendwo in der Nähe des Mittelpunktes der Schweiz. Noch in Gedanken
im warmen Duvet sich wälzend hebt er mit anderen seine Hand, als
Freiwillige für die zweite Postautofuhre gesucht werden. Natürlich
winkt als Lohn
ein
warmer die Lebensgeister weckender Kaffee - so träumt er jedenfalls.
Doch Träume sind zu oft Schäume (aber leider nicht verwandt
mit den Schäumlein,
welche auf die Qualität des darunter liegenden Espresso's schliessen
lassen) und so irren sie auf der Suche nach dem dampfenden Gebräu
durch das Dorf. Aber all die vielen angeschriebenen Häuser wollen
ihnen keinen Einlass geben und so bleibt als Trost nur eine Bäckerei.
Bei der Bahn, welche uns gen Lideren Hütte bringen sollte, durften
alle eine Nummer ziehen - der Losgewinn war nicht benissimo, sondern
ein Platz in der Kabine. Diese führte uns in die Höhe und
für
ein paar Schritte an die Sonne. Leider war's nur ein Schnuppern,
denn
unser Übungsgelände
lag lauschig in einer Mulde - umrahmt von den von der Sonne beschienenen
Bergspitzen.
Nun ja, so kam gar kein Gedanke ans faule herumstehen auf, sondern brav
wie Waldi folgten wir den Piepsern unserer Geräte, suchten mit den
Sonden weder nach Wasser noch nach Öl, sondern fanden immer wieder
die vergrabenen Rucksäcke.
Angereichert mit allerlei Theorie und Praxiswissen verflogen die dunklen
Stunden in Windeseile und schon bald, pünktlich zur Sandwichzeit, erwärmte
dann die Sonne nicht nur unsere Körper, sondern auch die Schneedecke
auf dem Dach der Alphütte, vor welcher wir lagen. Und um ein Haar, hätten
wir unser Wissen praktisch anwenden können. Kaum von den Rucksäcken erhoben,
"donnerte" die Dachlawine zu Tal und hätte gnadenlos alle Siestaierenden
unter sich begraben. Zum Glück blieb uns aber nur die Überraschung.
Nach einem weiteren Theorieblock zur Apérozeit genossen wir dann das
wunderbare Essen und danach die Ruhestätten.
Tags darauf erprobten wir während unserer kleinen Tour das Geübte vom
Vortag und erklommen daneben noch zwei Gipfel. Die Abfahrt war bei gutem
Schnee ein Genuss, wären da nicht die periodischen Steinol-Super Geräusche
gewesen
- diese hinterliessen ihre Spuren bis auf die Seele der Skis. Die wären
jedenfalls tolles Material für Werner's Skipflege (oder -flick) kurs
gewesen! |