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Trotz oder gerade wegen der höchst interpretationsbedürftigen
Wetterprognose liessen wir die Felle nicht hängen, sondern klemmten
unsere Skis unter die Arme und machten uns auf die lange Reise ins Safiental.
Dort wurden wir, zehn Tourenfahrerinnen und -fahrer, nach einigen erholsamen
zusätzlichen Stunden Schlaf, auf offener Postautostrecke ausgesetzt.
Nach den üblichen Vorbereitungen ging's dann angenehmen Schrittes
dem Tällihorn entgegen. Entgegen blies uns auch der Föhn. Und
da wir uns schon alsbald über der Baumgrenze befanden, konnten wir
dessen Kraft in vollen Zügen geniessen. Selbst das kurze Mittagessen
hinter einem Stein, es gab derer nicht viele, war eher gut durchlüftet.
Doch neben dem Wind konnten wir auch Sonnenstrahlen, das Panorama und
ein Schneehuhn erblicken. Nach einem letzten grossen Schritt durch die
Gipfelhangwächte, diese wurde auch im Sinne des Leiterlispiels interpretiert
- plumps und zurück an den Start - erreichten wir den Gipfel. Auf
diesem war es, oh Wunder, am windstillsten! Voller Freude stürzten
wir uns danach in die Talabfahrt. Stürzen war nachher auch unser
Motto, ob als Schneekugel, mit doppeltem Überschlag, kopfvoran in
den Schnee, in Löcher oder mit gekreuzten Skiern - es gab der Varianten
viele und unsere Phantasie setzte uns keine Grenzen. Es war einfach ein
tolles Sturzfestival, das sich niemand entgehen liess. Übereinstimmend
waren wir der Meinung, dass der Schnee nicht ganz perfekt und die Sicht
suboptimal war... ob's wohl am Datum lag? Oder am weissen Schneehuhn,
welches unsere Aufstiegsspur kreuzte?
Mit Früchtekuchen und einem Fondue wurden wir dann aber am Abend
entschädigt. Dank all der weichen Landungen, gab's auch keine blauen
Flecken.
Am Sonntag ging's früh aus den Federn, wobei hier die Meinungen
zum Thema früh unterschiedlich waren, ebenso wie zu den Wetterbedingungen.
Jedenfalls erklommen wir nochmals im Schlepptau von Frank's angenehmen
Tempo den Piz Tomül. Nachdem die Gämse verschwunden war, verschwanden
auch wir im Nebel und auf dem Grat ging's weiter in die Höh', daneben
vermutlich in die Tiefe.
Schlussendlich erreichten alle, auch der Schönwettertourist, den
Gipfel. Wenigstens was wir als solchen definierten. Im Rückblick
sahen wir dann, dass wir knapp vor dem Gipfelkreuz stoppten, doch dieses
war mit bestem Willen (und noch weniger mit den eigenen Augen) nicht
zu sehen. Hätten wir danach gestoppt, dann hätte uns der Weg
per Direktverbindung in die Tiefe geführt.
So genossen wir die virtuelle Rundsicht - auch als Virtual Reality bekannt
- die Wärme und Windstille. Danach folgte eine ziemlich unterhaltsame,
abwechslungsreiche und immer wieder überraschende Abfahrt. Zurück
im Tal lüftete sich die Wolkendecke und Minuten später sassen
wir auf der in der Ausschreibung - was doch für einzelne ein Motivationsgrund
für die Teilnahme war - mit Ausrufezeichen gepriesenen Sonnenterrasse.
Und sie war das Sitzen und Magenpflege wert!
Von Sonne vollgetankt kehrten wir dann per Poschti und Zug nach Hause
zurück. Und wer's genauer wissen will, der betrachte die Fotos.
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