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Trotz Warnungen aus dem Radio, aber es war ja noch sooooo früh, um
genau hin zu hören, konnten wir noch eine Prise Sommerferienfeeling mitnehmen.
Wir waren aktive Teilnehmer und Teilnehmerinnen des alljährlichen oder
eher -wochenendlichen Gotthardnordportalstau's.
Und so konnten wir endlich mal auf einer Leitplanke sitzend Zeitung
lesen, den Kindern beim Schreien zu hören oder ganz einfach Aprikosen
essen. Nach überstandener Müh' genossen wir dann halt erst
gegen
10:30 Uhr
einen Kaffe
auf der Terrasse des Hotel Tiefenbach.
Nachdem wir uns in Seilschaften aufgeteilt hatten, sind wir
dann von Furkapasshöhe durch den Schnee zu den Wandflussplatten
am Fusse des Gross Furkahorn's gestapft.
Trotz der eigentlich guten Wettervorhersage wollte sich die
Sonne nicht wirklich durchsetzen. Es kamen höchstens ein paar
verlorene Strahlen durch die immer dichter werdenden Wolken. Und so mussten
die kurzen Hosen bei den meisten im Rucksack bleiben.
Was soll's, es regnete nicht und so sind wir alle
in die Wand eingestiegen. Jede Seilschaft kletterte 4 oder 6
Seillängen bevor nach und nach alle, die einen vom Früchtekuchen-
und Getränkeduft schneller getrieben,
in
Richtung
Sidelenhütte
aufbrachen.
Die neu renovierte Hütte ist viel gemütlicher und
geräumiger als die alte, deren Schnitze um den neuen Teil gruppiert sind.
Auch das junge Hüttenwirtepaar
hatte sichtbar seine Freude an die Hütte. Das WC ist immer noch
100 Meter weiter bergab, was beim nächtlichen
Regenschauer die Hemmschwelle deutlich anhebt, dafür den Erlebniswert
erhöht!
Ausgeschlafen verliessen wir morgens zu einer menschenfreundlichen
Uhrzeit die Hütte
Richtung Einstieg der ESE-Grat. Nach einem weiteren Schneefeldwaggel
schnürten wir die Kletterfinken und dann gab es kein Halten mehr. Was
aber nicht heisst, dass wir keine Griffe fanden.
Die Route zu finden war einfach, da David sie wie seine Westentasche
kannte. Das Wetter sorgte indes für Spannung und es einzuschätzen
war eher schwierig. Doch Petrus hatte ein Einsehen mit uns, und verschonte
uns vom Nebel, welcher den nachbarlichen Galenstock meist einhüllte.
Dafür bedachte er uns mit Sonne und einigen Wolken.
Nach einer unterhaltsamen Kletterei erreichten wir den Gipfel und genossen
sehr kurz die Aussicht, bevor es abseilend und zu Fuss zurück zum Einsteig
ging. Als letzte Unterhaltungseinlag galt es am Ende einer Abseilstelle
einen "Sprung" über
den "Bergschrund" (eigentlich
ein "Fischmaul" da kein Gletscher, sondern "nur" ein
Schneefeld) zu wagen. Bei zu kurzem Seil, wenn es während
dem Abseilen auf die falsche Seite eines Felszacken's geriet,
war die Landung im Maul des Fisches, zum Glück nicht im
Auge des Tornado's, sicher.
Mit einem Kaffee, diesmal
mit Apfelstrudel statt Nussgipfel, beendeten wir die schöne und
abwechslungsreiche Tour.
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