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Zu fünft hatten wir uns verabredet, aber nur vier trafen sich zunächst am Zug nach Chur, der an einem unglaublich schönen Samstag morgen mit Rucksäcken und Wanderern gut gefüllt war. Auf der Weiterfahrt nach Ilanz, der ersten Stadt am Rhein, verloren wir uns wegen der zahlreichen Gruppen wieder aus den Augen, dann aber war unser Quintett endlich vollständig und wir konnten die letzte Etappe der Reise antreten. Tierischer Gegenverkehr behinderte unser Vorankommen abermals – Almabtrieb der Kühe und Schafe! In Vrin beehrten wir noch die nette Dorfwirtin und vergaßen auch nicht, der Kirche mit dem schönen Turm, deren Mauerschmuck aus Schädeln doch recht skurril wirkt, einen Besuch abzustatten. Solcherart gestärkt und mit den Eindrücken der Zivilisation ausgestattet machten wir uns dann auf den Weg, die Greina von Osten statt, wie ursprünglich geplant, von Norden zu erreichen. Zunächst folgten wir der Straße durch immer kleinere Dörfchen bis nach Puzzatsch, dann weiter dem Tal nach in Richtung Pass Diesrut. Unsere zahlreichen Wandergefährten verteilten sich über den Weg, es blieb aber nicht aus, dass man verschiedene, meist junge Gesichter einige Male wieder sah und sich gegenseitig überholte. Geschwitzt wurde nicht wenig – der zu Ende gehende Sommer brannte nochmals sein ganzes Feuerwerk ab. Nach einer verdienten Rast am Tafelstein erreichten wir schließlich den Pass und konnten den ersten Blick in das “Gelobte Land” werfen - sehr viel versprechend, auch wenn man zunächst nur einen sehr kleinen Teil der Hochebene überblicken konnte. Das änderte sich dann auf der Flanke des Piz Ner, den drei von uns vom Pass her in weglosem, aber unschwierigen Gelände auf sich nahmen. Die Aussicht auf die sonnenverwöhnte Ebene wurde immer besser, und vom Gipfel aus hatten wir dann einen prachtvollen Rundblick auf den Piz Terri, den Pizzo Coroi, den Piz Greina und die anderen die Ebene umgebenden Gipfel. Beim Abstieg trafen wir die nette Thurgauer Clique wieder, mit denen wir gemeinsam rasteten und die Schatten des Abends ins Tal herabsinken sahen, ehe wir die letzten Felsen zur Terrihütte zu überwinden hatten. Hier war es, wie nicht anders zu erwarten war, sehr voll, war doch das Wetter ausgesprochen vorhersehbar gewesen – trotzdem, das Essen war hervorragend, und nach dem Dessert verwöhnte uns ein klarer, funkelnder Sternenhimmel. Ermüdet von den acht Stunden Wanderung in der Hitze, gingen wir bald zu Bett, das etwas breiter hätte sein dürfen, sonst aber hohen Ansprüchen genügte. Am nächsten Morgen brachen wir früh auf und vermissten zunächst die wärmenden Strahlen unseres Sterns, konnten dafür aber die Morgenstimmung und das zauberhafte Licht auf den Gipfeln umso besser genießen. Dimitri war überhaupt nicht mehr von seiner Kamera weg zu locken und seine Entzückensrufe hörten nicht mehr auf. Genüsslich durchwanderten wir die Ebene, um am Pass Crap, dem Übergang ins Tessin und zur Cap. Motterascio, die nächste tierische Überraschung im Form eines Lamaquartetts anzutreffen. Nach einem kurzen Schwatz und weiteren Fotos machten wir uns auf zum Höhepunkt unserer Tour, dem Pizzo Coroi, wiederum in weglosem Gelände, aber ebenso harmlos wie der Gipfel des Vortags. Hier erwartete uns dann der Blick auf die ganze Ebene, den Piz Vial gegenüber und bis auf die schneebedeckten Gipfel des Wallis in der Ferne im Westen. Großartig! Nach einer gemütlichen Mittagsrast machten wir uns auf den Weg,
die Greina nach Westen zu verlassen und vorbei an der Cap. Scalletta
nach Olivone abzusteigen. Noch einmal grüßte der Piz Medel,
während wir die hier weißen Kalksteinfelsen hinter uns brachten.
Zu unserem Glück mussten wir nicht das ganze Stück gehen
und erreichten dann den frühen Zug heim. Fast überflüssig
zu erwähnen, dass auch die Fahrt über den Gotthard im Abendlicht
noch ein Hochgenuss war... |
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